Bester Nachhaltigkeitsfonds reloaded
Nach Japan eine Überlegung wert!
Die 5 besten Fonds der letzten 12 Monate

Donnerstag, 23. Juni 2011

Atomkraft – NEIN DANKE!
Nachhaltigkeit im Trend!


 


Peter Hermann,
Chefredakteur

Lieber Leser,

so vergeht die Zeit. Es ist nämlich ziemlich sicher, dass sich noch vor 30 Jahren kein Wirtschaftsredakteur getraut hätte einen Newsletter zum Thema Finanzanlage mit dieser Überschrift zu versehen. Am nächsten Tag hätte er sich wohl einen neuen Job suchen können.

„Atomkraft – NEIN DANKE!“ kennen die erfahreneren Semester unter Ihnen vielleicht noch als gelb-roten Klecks auf der eigenen Studenten-Ente. Auch dem Autor des Fonds-Reports sind solche Erinnerungen durchaus geläufig. Hier soll aber keine Rechthaberei betrieben werden. Es darf höchstens ein wenig Freude geäußert werden, dass endlich ein Umdenken einsetzt, verbunden mit dem Bedauern, dass dies so spät geschieht.

Inzwischen legen mehr und mehr Fondsgesellschaften Ökofonds auf, die sich an den Grundsätzen der Verweigerung gegenüber der Nuklearenergie orientieren. Und das wird kaum sentimentale oder ökologisch verbrämte Hintergründe haben. Will man doch erfolgreich renditestarke Fonds verkaufen. Vor dem Hintergrund der Ereignisse der vergangenen Monate dürfte es kaum jemand verwundern, dass gerade derart ausgerichtete Finanzprodukte in die Bestenlisten ihrer Vergleichsgruppen geraten.

Wer nämlich einmal die Technikbesessenheit der Nachkriegsjahrzehnte hinter sich lassen kann, muss feststellen, dass sich die Atomkraft (wenn alle Risiken eingerechnet werden) auch wirtschaftlich in die Sackgasse führt. Kürzlich bekannte ein Atomwissenschaftler im TV, dass die Kilowattstunde am Ende (wenn denn die Endlagerung des Atommülls mit eingerechnet sei) nach heutigen Preisen um die 3,80 Euro koste. Es ist nicht nur die Gefahr, die vom Atommüll ausgeht, was wir da unseren Enkeln hinterlassen.

Aber sehen wir auch die positiven Aspekte, die seit Fukushima aufgekommen sind. Deutschland ist beim Ausstieg nicht mehr alleine in Europa – die Schweiz und Österreich sind ebenfalls auf dem Weg. Sogar in Frankreich formieren sich erste Gruppen von Atomkraftgegner. Aber warum erwähne ich das eigentlich alles. Ja sicher, wegen eines erfolgreichen Finanzprodukts, was denn sonst?

Genug polemisiert! Wie immer bringt mich die absolut erfreuliche Performance aus den zurückliegenden 12 Monaten zu meiner heutigen Empfehlung. Alles andere wäre auch Unsinn.

 

Unsere Empfehlung: _______________________________


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2.) Nachhaltigkeitsfonds 2.0:

Der Craton Capital Renewable,
Alternative and Sustainable Resources Fund

(ISIN LI0043890891 / WKN A0X9NU)


Der Craton Capital Renewable, Alternative and Sustainable Resources Fund strebt hohe risikobereinigte Erträge durch ein breites Anlageuniversum aus den Bereichen Nachhaltigkeit und erneuerbare Ressourcen an. Der Fokus liegt dabei auf Medium- und Small-Cap-Werten. Sektorthemen und Bottom-Up Strategie werden zur Titelauswahl herangezogen. Das Mangement arbeitet mit einem konzentrierten Portfolio mit 30 bis 40 Werten.

Das Anlageuniversum besteht aus Unternehmen, die nachhaltige und/oder erneuerbare Ressourcen bereitstellen bzw. Technologie und/oder Produkte anbieten, die dazu beitragen, die zentralen Herausforderungen in den Bereichen Versorgungssicherheit von Lebensmittel, Energieeffizienz, Wasseraufbereitung und Umweltdienste zu meistern.

Der Fonds engagiert sich derzeit vor allem in den folgenden Sektoren:

  • Erneuerbare Ressourcen einschließlich Agrarwirtschaft und Soft Commodities

  • Alternative Energien wie Wind- und Wasserkraft, Solar- und geothermische Energie, sowie intelligente Stromnetz-Lösungen

  • Nachhaltigkeitsdienste wie Clean Technology, Infrastruktur, Ressourceneffizienz, Emissionsschutz und Abfallmanagement

MEIN FONDS-CHECK:

Craton Capital Renewable, Alternative and Sustainable Resources Fund

• Art

Nachhaltig-
keitsfonds

• WKN

A0X9NU

• Volumen

7 Mio. EUR

• Auflegung

03.08.2009

• Risiko

Mittel / Hoch

• Gewinn-Chance

ca. 25%

• Kosten

Ausgabeaufschlag

Nach Anbieter

All-in-Fee p.a.

1,60%

• Gewinn

Lfd. Jahr

+20,78%

• Meine Bewertung:


Der Fonds investiert das ihm anvertraute Kapital zu 48% in den USA, zu 46% in Kanada, zu 3% in Großbritannien und 3% sind die Barreserve.

 


Nathalie Han
Fondsmanagerin


Nathalie Han – M.Sc (Finance), CFA

Nathalie Han hat mehr als 12 Jahre Erfahrung, sie war für führende kanadische Institutionen tätig: Für ein unabhängiges Research-Unternehmen, eine Private Equity Gesellschaft und den größten Pensionfonds. Bei Craton Capital ist sie die verantwortliche Fondsmanagerin für den Renewable, Alternative and Sustainable Resources Fund und Co-Managerin des Global Resources Fund.

Interview mit Nathalie Han

Fonds-Report: Skizzieren Sie bitte die Strategie Ihres Produkts?

Nathalie Han: Der Fonds ist bewusst sehr breit aufgestellt und fokussiert sich auf globale und nachhaltige Megatrends wie Industrialisierung, Urbanisierung, und Bevölkerungswachstum, sowie Versorgungssicherheit und steigende Nachfrage nach Lebensmitteln, Energie und Wasser. Unternehmen, die diesen Herausforderungen mit nachhaltigen und erneuerbaren Lösungen begegnen, bergen Potenzial für hohe Erträge. Er investiert in kleinere bis mittelgroße Unternehmen, die nachhaltige und/oder erneuerbare Ressourcen bereitstellen bzw. Technologie und/oder Produkte anbieten, die dazu beitragen, die zentralen Herausforderungen in den Bereichen Versorgungssicherheit von Lebensmittel, Energieeffizienz, Wasseraufbereitung und Umweltdienste zu meistern.

Durch das breite Anlageuniversum kann ich flexibel gewichten und die jeweils interessanten Sektoren und die „besten Anlageideen“ auswählen. Dabei weisen die Sektoren nicht zwangsläufig hohe Korrelationen auf. Hinzu kommt, dass wir weltweit nach Anlagen suchen, was die Diversifikationsmöglichkeiten erhöht. Und ganz wichtig bei allem Gutdenken, strebe ich dennoch hohe risikobereinigte Erträge an. Konzentriertes Portfolio mit 30 bis 40 Positionen.

Fonds-Report: Wie stellt sich die allgemeine wirtschaftliche Situation für Ihren Fonds dar?

Nathalie Han: Urbanisierung und Bevölkerungswachstum sind die beiden wichtigsten langfristigen Treiber des RAS. Aktuelle Daten zeigen, dass diese zugrunde liegenden Trends weiter intakt sind. China hat die Ergebnisse seiner ersten Volkszählung seit zehn Jahren veröffentlicht und beziffert seine Bevölkerung auf 1,34 Milliarden Menschen per November 2010. In China ergibt sich erstmals in seiner Geschichte eine Situation, in der die Bevölkerung in den Städten mit 49,7% nur noch knapp unter der in den ländlichen Gebieten liegt. Die US-Bevölkerung wird damit etwa um das Doppelte überschritten. Dadurch entsteht eine enorme Nachfrage nach alternativer und sauberer Energie.

Moderater, aber eindeutig positive Veränderungen sind auch in Indien erkennbar. Windturbinenhersteller aus Europa wollen verstärkt Chancen nutzen, die sich aus dem „Repowering“, also dem Ersetzen relativ alter und ineffizienter Windkraftanlagen durch neue, leistungsstärkere ergeben.

Es zeichnen sich weltweit enorme Veränderungen ab, die für das Anlageuniversum des Fonds sprechen und auf absehbare Zeit anhalten werden. Sei es Solarmodule, Photovoltaik, Elektrofahrzeuge, Windkraft, Energieeffiziente Lösungen etc.. Die Welt ist dabei sich neu zu erfinden und das bietet sehr viel versprechende Chancen für unseren Fonds.

Fonds-Report: Ihr Produkt hat in den zurückliegenden Monaten leider nicht mehr die beeindruckende Outperformance gegenüber der Benchmark wie zuvor erreicht. Wie erklären Sie sich diese Entwicklung?

Nathalie Han: Kurzfristig kann es immer zu Schwankungen kommen, insbesondere bei wechselhaften Nachrichten reagieren die Börsen mit erhöhter Volatilität. Oft sind es politische Diskussionen, die sich unmittelbar auf die Kurse auswirken. Denken Sie nur an die groteske Debatte um Subventionen für Solaranlagen. So etwas verunsichert die Märkte.

Die Beiträge zur Wertentwicklung stammen nicht immer von denselben Sektoren. Einmal entwickelt sich der Sektor Nachhaltigkeit sehr gut, einmal ist es Infrastruktur/Wasser oder Agrar. Wir analysieren alle Werte im Portfolio sehr sorgfältig. Dabei suchen wir nach unterbewerteten Aktien, die noch Potential nach oben haben und wir machen unsere Hausaufgaben sehr gründlich. Wir lassen uns nicht von der Aufgeregtheit der Finanzmärkte anstecken, weil wir wissen, dass sich unsere Werte längerfristig gut entwickeln sollten.

Nachgebende Kurse in unseren Sektoren sind für kluge Anleger Einstiegsmöglichkeiten. Und so schlecht hat sich der Fonds im Vergleich zur unserer Benchmark auch wieder nicht entwickelt. Im Mai verzeichnete der Craton Capital Renewable Alternative and Sustainable Resources (RAS) Fund zwar ein Minus von 2,1%, übertraf aber dennoch seinen zusammengesetzten Vergleichsindex um 2,3%.

Fonds-Report: Wie sehen Sie die Perspektiven Ihres Produkts?

Nathalie Han: Wie bereits erwähnt, sehen wir die Perspektiven ausgesprochen positiv.

Fonds-Report: Welcher Gruppe von Investoren würden Sie Ihren Fonds empfehlen?

Nathalie Han: Anleger, die einen Anlagehorizont von drei bis fünf Jahren haben, die in Nachhaltigkeitsthemen investieren möchten und mit einem gutem Gewissen eine solide Rendite erzielen möchten.

Fonds-Report: Haben Sie noch einen Tipp für unsere Leser...

Nathalie Han: Ja, sich eingehend im Vorfeld über ein Anlageprodukt informieren also wie wir die Hausaufgaben machen. Nur Geld investieren, dass man drei bis fünf Jahre nicht braucht, niedrige Kurse zum Einstieg nutzen und sich dann von der Aufgeregtheit der Märkte nicht kirre machen lassen. Wenn die Produktqualität und das Anlageuniversum stimmen, sollten sich auch Anlageerfolge erzielen lassen.


Meine Einschätzung zum Craton Capital Renewable, Alternative and Sustainable Resources Fund

Genau wie bei dem Sunares - Sustainable Natural Resources hat mich beim Craton Capital Renewable, Alternative and Sustainable Resources Fund zunächst einmal die Performance der vergangenen 12 Monate überzeugt. Anders als der in der zurückliegenden Ausgabe besprochene SUNARES-Fonds besitzt das CRATON-Produkt keinerlei ethische oder moralische Ausrichtung.

Die wichtigsten Unterschiede lassen sich darin erkennen, dass der heute vorgestellte Fonds den Einsatz von Derivaten nicht grundsätzlich ausschließt. Dagegen würde bei dem CRATON-Produkt, was beim SUNARES-Fonds noch möglich ist, auf Investitionen in den Rohstoff Uran verzichten, da man hier konsequenterweise auf Erneuerbare (renewable) Energieformen setzt.

Auch wenn beide Fonds aktuell in den Sommermonaten ganz besonders unter der Zurückhaltung der Anleger leiden, meine ich, dass es auch für Privatanleger durchaus lohnend sein könnte, sich in den nächsten Wochen die günstigsten Einstiegsmomente auszusuchen, um dann einen der beiden/oder auch beide als Beimischung ins Depot zu nehmen.

Wie immer gilt, Sie kennen das bereits, die Kostenseite im Auge zu behalten, denn hier lässt sich von Anbieter zu Anbieter bereits beim Ausgabeaufschlag enorm viel Geld sparen. Denken Sie daran: Was Sie hier mehr ausgeben, schmälert am Ende ihre Rendite – und das deutlich.



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3.) Die 5 besten Fonds der letzten 12 Monate!


Top-Renditen in Sommerflaute

1.) Oak Tree Junior Mining &
     Exploration Fund
     (ISIN LI0021848457)

+47 %

2.) DB Platinum IV RICI Index Fund
     (ISIN LU0246669724)

+47 %

3.) Scherrer Small Caps Europe
     (ISIN LI0018448063)

+46 %

4.) Lyxor Equity Fund
     (ISIN LU0261332976)

+46 %

5.) Parvest World Agriculture
     (ISIN LU0363510552)

+45 %


Nach wie vor bewegen sich die wichtigsten Indices im Rückwärtstrend. Das Sommerloch breitet sich weiter und weiter aus. Das ist zwar sehr bedauerlich, aber nicht besonders erstaunlich, da es sich hierbei um ein Phänomen handelt, das in beinahe jedem „normalen“ Börsenjahr zu beobachten ist. Ich habe es ja in den vorausgegangenen Ausgaben des Fonds-Report bereits beschrieben: „Die Käufer von Wertpapieren werden mit steigenden Temperaturen immer träger, was daran liegen mag, dass kaum jemand in den nun folgenden Ferienmonaten steigende Konsumentenaktivitäten erwartet.“

Der Trend, dass sich mit dem Beginn der sommerlichen Flaute erneut die Rohstofffonds in unserer Bestenliste durchgesetzt haben, hat sich bestätigt. Es könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass wir für den Spätsommer bzw. Herbst wieder auf eine erneut besser laufende Weltwirtschaft hoffen dürfen. Denn wenn Rohstoffe noch immer einigermaßen nachgefragt werden, erwartet wohl niemand ernsthaft den nächsten Crash.

Freilich sind Tröstungen dieser Art immer recht schwach. Dennoch sollten wir den eher lauen Börsensommer dazu nutzen, uns für die nächste Rallye zu rüsten. Will heißen, Ausschau nach neuen erfolgversprechenden Trends und Fondskonstruktionen halten und die neue Positionierung vorbereiten. Gehen wir es an!

Weiterhin gilt: Rechtzeitig Position beziehen, interessante Märkte beobachten und Schwächephasen zu Engagements nutzen. Aber auch, rechtzeitig Gewinne sichern, notfalls Richtung ändern.


+ + + + +


NEWS:

Pressemitteilungen von Baring Asset Management

Obwohl zuletzt erneut Besorgnisse um das Tempo der globalen Konjunkturerholung aufkamen, sind die Aussichten für die asiatischen Volkswirtschaften aufgrund der zugrunde liegenden robusten Nachfrage in Asien immer noch viel versprechend. Das solide Beschäftigungs- und Lohnwachstum in dieser Region stützt die Konsumausgaben nach wie vor. Auf kurze Sicht werden die Wertschwankungen an den Finanzmärkten, die vor allem durch die Ereignisse in den USA, in Europa und im Mittleren Osten sowie durch die vergleichsweise aggressive Strategie der asiatischen Notenbanken ausgelöst werden, aber vermutlich anhalten. Gleichzeitig ist der Markt jedoch nach wie vor attraktiv bewertet.

Auch die Aussichten der Volkswirtschaften der ASEAN-Staaten sind nach wie vor viel versprechend. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Aktienmärkte dieser Länder auch weiterhin erfreuliche Erträge generieren werden. In den nächsten Monaten könnten diese Märkte aufgrund der Unsicherheit um das Auslaufen der „QE2“-Maßnahmen sowie wegen der zuletzt enttäuschenden US-Wirtschaftsdaten jedoch eine Konsolidierungsphase durchlaufen. In einem Umfeld, in dem sich die Besorgnisse um ein weltweit schwächeres Wirtschaftsumfeld intensivieren, könnten die Aussichten auf eine robuste Binnennachfrage in den ASEAN-Volkswirtschaften außerdem durchaus noch weitere Mittelzuflüsse in diese Anlageregion nach sich ziehen.


Pressemitteilung der Allianz Global Investors Europe

Umfrage “Allianz Global Investors RiskMonitor”

Das Zinsänderungsrisiko liegt auf Platz eins, wenn man institutionelle Anleger in Europa nach ihrem größten Risiko in den kommenden 12 Monaten befragt. Insgesamt sehen rund 70% der Befragten Zinsen als ein großes oder beachtliches Risiko für die Erreichung ihrer Anlageziele an. Das Risiko, das aktuell im Bereich von Staatsanleihen wahrgenommen wird, verleiht dem Ergebnis eine weitere Dimension. Von den Befragten bewerteten 61% diese Kategorie als beachtliches oder großes Risiko.

Dies gehört zu den wichtigsten Erkenntnissen der erstmalig von Allianz Global Investors (AllianzGI) durchgeführten „RiskMonitor“-Umfrage. Früher hätten diese Ergebnisse einen Trendwechsel in Aktienanlagen markiert, jedoch sehen die Befragungsteilnehmer Marktschwankungen allgemein und die Möglichkeit eines Kursrutsches bei Aktien ebenfalls als bedeutende Risiken an.

“Die Vielfalt und die Auswirkungen von finanziellen aber auch regulatorischen Risiken haben sich seit der Finanzkrise vervielfacht ”, kommentiert Elizabeth Corley, Europachefin von AllianzGI. Das spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass nahezu die Hälfte der Umfrageteilnehmer Extremrisiken, so genannte „Tail Risks“, inzwischen als bedeutendes Risiko wahrnehmen. “Es ist nicht nur die Vielzahl an Risiken, denen institutionelle Investoren gegenüber stehen, sondern Anleger nehmen Risiko inzwischen als systemisches Phänomen war, da die unterschiedlichen Risikokategorien sich potenziell immer stärker im Hinblick auf die Stabilität des Euros, die in der Umfrage zutage getreten ist durchaus bemerkenswert”, ergänzt Corley.

Nach der Umfrage glauben 76% der institutionellen Anleger in Europa, dass der Euro in seiner derzeitigen Form überleben wird, nur 6% der Befragten stimmen dieser Aussage nicht zu.

Anlagedilemma

“Die früheren ‘sicheren Häfen’ sind verschwunden”, äußert sich ein Repräsentant eines österreichischen Pensionsfonds in der Umfrage. Nichtsdestotrotz müssen institutionelle Investoren ihre Anlageziele erreichen. “Auch wenn die Wahl aus Bewertungssicht leicht auf europäische Aktien fallen dürfte, darf man nicht vergessen, dass die Wahrnehmung von Risiken, die Risikotoleranz und die Risikobelastung bei jedem Investor von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängen und somit sehr individuell ausgeprägt sind”, sagt Reinhold Hafner, CEO von risklab, einer Tochtergesellschaft von AllianzGI.

Die Kapitalmärkte haben sich seit der Finanzkrise stark verändert, und damit die Risikowahrnehmung, wodurch es notwendig erscheint, den Rahmen für Risikomanagement zu überdenken. “Wir müssen von rückwärtsblickenden und statischen Risikomodellen, die von einer Normalverteilung ausgehen, zu einem zukunftsorientierten und dynamischen Risikomodell-Rahmen kommen, der explizit Sachverhalte wie Extremrisiken oder den Kollaps von Korrelationen unterschiedlicher Anlageklassen mit einbezieht. Aktive und dynamische Risikomanagementstrategien, die über reine Diversifikation hinausgehen, werden immer wichtiger ”, erläutert Reinhold Hafner.

Regulatorische Risiken werden schwächer wahrgenommen

Befragt über ihre Bedenken im Hinblick auf regulatorische oder eher strukturelle Risiken zeigen sich die institutionellen Anleger zuversichtlich. Straffere Regulierung oder wachsende Anforderungen an das Reporting wurden am häufigsten in dieser Risikokategorie genannt, jedoch werden diese Risiken nur von 29% respektive 20% der Befragten als bedeutend angesehen. “Die „RiskMonitor“-Umfrage zeigt, dass institutionelle Anleger in Europa Vertrauen zu den rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen haben, in dem sie sich bewegen, und dass sie insgesamt zuversichtlich sind, die Herausforderungen in diesem Feld zu meistern”, sagt Elizabeth Corley, nicht ohne zu erwähnen, dass eine Vielzahl an Regulierungen einen erheblichen Einfluss auf Anlageentscheidungen und Regulierungsbehörden verstärkt Systemrisiken für die Kapitalmärkte im Blick hätten.


Pressemitteilungen von ING Investment Management

Unternehmensrahmendaten sehr gut

Die Unternehmensrahmendaten steuern indes positive Impulse für den Aktienmarkt bei. Die Unternehmen schreiben Rekordgewinne und weisen gesunde, liquide Bilanzen auf. Nach Angaben von Haver Analytics halten amerikanische Unternehmen außerhalb des Agrar- und des Finanzsektors liquide Mittel in Höhe von 1,9 Bio. USD in ihren Bilanzen. Das sollte weiterhin als Triebfeder für aktionärsfreundliche Maßnahmen wie Aktienrückkäufe, Fusionen und Übernahmen sowie höhere Dividenden dienen. Unter Umständen heben die Unternehmen auch die Fremdfinanzierung an und verringern damit ihre durchschnittlichen Kapitalkosten bei gleichzeitiger Erhöhung der Eigenkapitalrendite.

Ferner sind die Bewertungen aus absoluter und relativer Sicht attraktiv. Bei Zugrundelegung des kumulativen Gewinns je Aktie der Unternehmen im S&P500, der bei 100,- USD liegt, ergibt sich ein KGV von nur 12,7. Im Vergleich zum Langzeitdurchschnitt von 16 ist das positiv.

Und schließlich ist die Anlegerschaft jetzt vorsichtiger gestimmt als noch vor einem Monat. Nach überschäumendem Optimismus ist der Ton jetzt neutraler. Das ist wohl realitätsnäher und deutet darauf hin, dass Investoren nicht etwa selbstgefällig sind, sondern ihre Entscheidungen auf solide Unternehmenszahlen stützen. Der Konsens ist, dass die Wirtschaft nur eine temporäre Schwächephase durchmacht und keinen Double-Dip.


Gerne können Sie mir Ihre Fragen an redaktion@der-fondsreport.de stellen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich wegen der Fülle der eingehenden Fragen, kaum die Möglichkeit habe, Anfragen zu Einzelinvestments zu beantworten.


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> Die nächste Ausgabe erscheint am 07. Juli



Bleibt mir, Ihnen bei Ihren Fonds-Anlagen viel Erfolg zu wünschen.

Ihr
Peter Hermann
Chefredakteur Der Fonds-Report
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